Heute

Aus Provisorium wird Providurium

Das Provisorium sollte nach dem Umbau des Globus eigentlich abgerissen werden. Da aber seit dem Globuskrawall die Nutzung des Gebäudes, bzw. des bebauten Areals politisch diskutiert wird, steht das Provisorium noch heute. 

Seit 1968 wird das Provisorium bis heute als Filiale des Grossverteilers Coop und für Büros der Stadtpolizei und Stadtverwaltung benutzt. Es gab in den vergangenen Jahren etliche politische Vorstösse, um das ehemalige Provisorium endgültig abzureissen oder den Platz anderweitig zu nutzen. Der Mietvertrag mit dem Coop läuft Ende 2015 ab und kann bis spätestens 2019 verlängert werden. Danach sind die Tage des Providuriums definitiv gezählt. 

Immer wieder regt das Papierwerd-Areal zu Fantasien an. 1993 schlägt der damalige Landesring den Bau eines 100 Meter hohen Hochhauses vor. Die SP schlägt vor, auf dem Areal ein Rathaus zu bauen. Auch ist das Grundstück im Gespräch für ein Kongresszentrum, Tourismuszentrum oder die Erweiterung des Landesmuseums. Der Verkehrsverein Zürich schlug ein mehrstöckiges Verkehrshaus vor mit Bädern, Coiffeur, Kleiderreinigung und Geldwechsel für Reisende, Billettverkauf und Information für Touristen sowie Räumen für ausländische Verkehrsbüros. Die Swissair plante ein Air Terminal. Ideen machten die Runde: für ein Hotel, ein Theater, ein Freizeitzentrum – oder einen Park, wie ihn die GLP jetzt wieder fordert. Keine Idee setzte sich durch. Am weitesten kam das Projekt «Haus im Fluss» für ein Begegnungs- und Informationszentrum. Es kam immerhin zur Volksabstimmung, wurde im Juni 1992 aber mit 60 Prozent Nein abgelehnt.

Die Grünliberalen haben im Gemeinderat verlangt, dass das Globus-Provisorium abgebrochen und das Papierwerd-Areal zu einem Park ausgebaut wird. Doch das lehnt der Stadtrat ab, hat doch Coop einen Vertrag bis 2015, der bis 2019 verlängert werden kann. Die Coopfiliale gehört mit täglich rund 6000 Kundinnen und Kunden zu seinen bestfrequentierten in der Schweiz gehört. Entsprechend zufrieden ist auch der Stadtrat, weil der Mietertrag «bei geringer Investition gut» sei. Quelle: Ausschnitt aus Tages-Anzeiger 4. Januar 2014  von  Jürg Rohrer

Haltung des Stadtrates von Zürich

Für den Stadtrat ist weder ein ersatzloser Abbruch noch ein Ersatzneubau zum heutigen Zeitpunkt angezeigt. Er geht vielmehr von einer Weiternutzung des heutigen Gebäudes aus. Eine Investition in die Neuplanung des Papierwerd-Areals hat für den Stadtrat zum heutigen Zeitpunkt keine Priorität, insbesondere weil die Immobilie nach wie vor über einen Gebäudewert verfügt, mit dessen ersatzloser Vernichtung Einnahmen für die Stadt wegfallen würden. Zurzeit bestehen keine konkreten Umbau- oder Umnutzungsabsichten. 

Die bestehende Bausubstanz wird vollständig genutzt. Eine Gebäudesanierung im Jahr 2009 stellte den Betrieb bis 2020 sicher. Das Erdgeschoss wird durch den Coop genutzt. Er übernimmt durch seine Lage unmittelbar beim Hauptbahnhof  für Pendlerinnen und Pendler eine wichtige Versorgungsfunktion, entsprechend stark ist er bei langen Ladenöffnungszeiten frequentiert und sehr beliebt. Der Mietvertrag mit dem Coop dauert noch bis Ende 2015 und kann seitens von Coop bis maximal Ende 2019 verlängert werden, sofern die Stadt das Areal nicht neu überbaut. 

Das Untergeschoss als Garage und Teile der Obergeschosse werden durch die Stadtpolizei genutzt. Diese Flächen könnten erst durch eine Zentralisierung der Stadtpolizei freigegeben werden. Die Umsetzung dieses Projekts kann zeitlich noch nicht genau festgelegt werden. Weitere Flächen in den Obergeschossen werden durch die Verwaltung als Büros genutzt. Um sie freizugeben, müssten auch hier zuerst Ersatzstandorte gefunden werden. Quelle: 26. Juni 2013 Ausschnitt Antwort des Stadtrates auf die Motion von Guido Trevisan (glp) und Gian von Planta (glp) GR Nr. 2013/49

 

Ausschnitt aus Medienmitteilung des Stadtrates vom 3. Juni 2009

Das Globus-Provisorium erfüllt heutige Sicherheitsstandards nur noch teilweise. Der Stadtrat hat deshalb statische und brandschutztechnische Massnahmen beschlossen und gebundene Ausgaben von 3,98 Millionen Franken bewilligt. Gleichzeitig wurde der Mietvertrag mit Coop bis 2015 verlängert. Die bevorstehenden baulichen Massnahmen stellen die Personensicherheit in den Untergeschossen und im Erdgeschoss wieder her und verbessern den baulichen Zustand des Gebäudes. Künftig führt ein zusätzliches Fluchttreppenhaus vom 2. Untergeschoss ins Erdgeschoss. Die Arbeiten werden zwischen Juli und Oktober 2009 ausgeführt. Gleichzeitig wird Coop seine Filiale im Spätsommer auffrischen. Dazu wurde der bestehende Mietvertrag bis 2015 verlängert.

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